Ökologische Geldanlage

und – rentieren sich grüne Geldanlagen und Ökofonds?

Versprochen war die Flut – die Rendite-Flut auf dem Konto des Investors. Gekommen ist die finanzielle Ebbe. Mindestens 50 Prozent der grünen Projekte laufen schlecht. Was also bedeuten regenerative Energien für die eigene Geldanlage – sind sie Fluch oder Segen?

Die Finanzkrise hat es auch für nachhaltige Investitionen nicht leichter gemacht. Auf Seiten klassischer Geldanlage steht der Rekord-Niedrigzins, auf Seiten des grünen Bewusstseins massive Probleme. Spätestens seit der Prokon-Pleite fürchten Anleger im Bereich der erneuerbaren Energien um ihr Geld. Und diese Debatte wirft eine in den letzten Jahren in Vergessenheit geratene Frage neu auf: Rentieren sich Öko-Ethik-Sozial-Investitionen überhaupt?

Die Anzeichen, dass grüne Geldanlagen die Träume der Anleger nicht erfüllen können, häufen sich. Trotz staatlicher Subventionen bleiben Erträge aus. Ausschüttungen für Solar-Investoren über zwei Prozent sind illusorisch, Windparks gehen pleite und der Sparer kann sich glücklich schätzen, wenn er nach den üblichen 20 Jahren sein eingesetztes Kapital zurück bekommt.

Überlegungen vor der Investition

Geworben wird mit „solide kalkuliert“, mit der „idealen Altersvorsorge“ und mit „Nachhaltigkeit“. Wer jedoch in grüne Geldanlagen oder Ökofonds investieren möchte, sollte genauer hinsehen. Schauen Sie sich Ihr Wunschprojekt gründlich an – und nicht nur die zukunftsweisende Idee, mit der geworben wird. Beispielweise ist es wichtig zu erfahren, wieviel Kapital für beteiligte Firmen vorgesehen ist. Das heißt, wieviel Prozent der Einzahlungen verschwinden ungenutzt an Gebühren und Provisionen? Wieviel Geld wird für Marketingstrategien ausgegeben? Wie hoch ist der Anteil der Fremdfinanzierung?

Diese Fragen sollten Sie sich und Ihrem Anlageberater stellen, denn das Risiko bei regenerativen Energien ist auch so schon bedenklich hoch. Langzeitstudien zu grünen Geldanlagen oder Ökofonds existieren nicht, denn sie stecken nach wie vor in den Kinderschuhen. Unkalkulierbare Ereignisse werden den Investor noch lange Jahre begleiten. Kostspielige Reparaturen sowie der problematische Eigenwille der Natur, der die Sonne eventuell weniger scheinen lässt oder die Windgeschwindigkeit verlangsamt, wären hier nur zwei zu nennende Faktoren.

Trotzdem sollten wir nicht aufhören, nachhaltig zu denken, zu wirtschaften und zu investieren. Wer jedoch allzu hohe Renditen erwartet, der wird wahrscheinlich enttäuscht werden.