ebay-Kaeufer sind mit einem Euro bereits im Recht!

ebay-Kaeufer sind mit einem Euro bereits im Recht!

Wer bei für einen Artikel ein Gebot von 1 Euro abgibt, sogar Höchstbietender ist, der ärgert sich zu Recht, wenn der Verkäufer die Transaktion abbricht. Doch nun stärkt das Gericht die Rechte der Bieter.

Anspruch auf Schadensersatz

Denn das oberste deutsche Gericht, der Bundesgerichtshof, hat nun für Klarheit bei der Frage gesorgt, ob bei einer Internetauktion dem Käufer, selbst bei einem Gebot von nur einem Euro, Schadensersatz zusteht, wenn der Verkäufer die noch laufende Versteigerung abbricht, weil er fürchtet, einen zu geringen Preis zu erzielen und den Artikel anderweitig verkaufen will.
Der BGH prüfte die Angelegenheit und gab dem Kläger Recht. Ein Käufer, der zu dem Zeitpunkt des Abbruchs der Auktion Höchstbietender war, hat in diesem Fall Anspruch auf Schadensersatz.

Auch ein Euro zählt!

Konkret ging es in dem Fall vor dem BGH um einen großen Diesel-Stromerzeuger im Wert von über 8.000 Euro, den der Verkäufer bei ebay zur Versteigerung einstellte. Jedoch beendete er nach zwei Tagen die Auktion und entfernte den Artikel wieder. Allerdings gab es bereits einen Bieter, der mit seinem Gebot Höchstbietender war.
Der Bieter forderte daraufhin Schadensersatz in Höhe des Wertes für das Aggregat an.
Doch Anbieter berief sich auf eine ebay-interne Klausel, wonach Auktionen, die noch länger als 12 Stunden laufen, „ohne Einschränkungen“ abgebrochen werden können.
Diese Klausel erachtete der BGH für unwirksam. Er bewertete das Ganze folgendermaßen: Mit dem Anbieten des Artikels und dem Gebot des potentiellen Käufers sind alle Voraussetzungen für einen wirksamen Kaufvertrag erfüllt. Bricht der Verkäufer diesen Vertrag nun einseitig ohne vernünftigen Grund, muss er den entstandenen Schaden ersetzen.