Bausparkassen machen Frühjahrsputz – auf Kosten der Anleger!

In dieser historischen Niedrigzinsphase ist es nicht verwunderlich, dass gut verzinste Altverträge auf den Erträgen der lasten. Und bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Die Branche macht nun Frühjahrsputz: Altverträge werden gekündigt – doch Verbraucherschützer raten dazu, sich dagegen zu wehren!

 

Weg mit den undankbaren Altverträgen!

Die Kündigungswelle rollt an: In den letzten Wochen waren es allein bei der LBS Baden-Württemberg rund 22.000 Kunden, die ein entsprechendes Schreiben erhielten. Melden die Betroffenen sich nicht bis spätestens Februar, so folgt die Kündigung ihres gut verzinsten Altvertrags. Nach Zählung der F.A.Z. waren es 2014 bereits 120.000 Bausparer, die sich zumindest mit der Androhung einer Kündigung konfrontiert sahen.

2012 lautete das Zeugnis noch positiv: Krisenfestigkeit wurde Bausparverträgen bescheinigt. Doch heute liegt die Verzinsung bei durchschnittlich 0,4 Prozent. Vor zwei Jahren war sie hingegen dreimal so hoch. Genau das ist das zentrale Problem der hochverzinsten Altverträge: Sie drücken auf die Erträge der Bausparkassen!

Kündigungsrecht bei Verträgen

Der Bankkunde hat das Recht Verträge – beispielsweise Kredite – nach zehn Jahren zu kündigen. Dies ist ein Sonderkündigungsrecht, das sich die Bausparkassen jetzt zunutze machen: Ist Ihr Vertrag bereits zehn Jahre zuteilungsreif, so werden Sie bald die Androhung zur Kündigung in Ihrem Briefkasten vorfinden, wenn das nicht schon längst der Fall ist. Und zuteilungsreif sind Verträge nicht erst, wenn die volle Summe angespart wurde, sondern schon nach 40-50 Prozent!

 

Verbraucherschützer rufen die Betroffenen dazu auf, sich zu wehren. Die Kündigung seitens der Bank sei umstritten, denn in diesem Fall gelte der Bausparkunde mit seiner Einlage als Kreditgeber der Bausparkasse. Und aufgrund der typischen Besonderheiten eines solchen Vertrags, handele es sich eindeutig nicht um ein gewährtes Darlehen des Kunden!