Anleihen kaufen trotz Negativzinsen?

Anleihen kaufen trotz Negativzinsen?

Warum kaufen Anleger trotz Negativzinsen, fragen sich viele? Man macht doch erstmal Verlust und erhält weniger Geld zurück! Dennoch verkaufen sich weiter gut!

Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass die des Bundes bei den deutschen Anlegern bisher immer sehr gut ankamen, eine alte Liebe sozusagen. Denn seit Jahrzehnten versprechen die zum einen, dass man sein Anlagekapital stets vom Finanzminister wieder zurückbekommt und zum anderen, dass man für sein Vertrauen in den Bund auch schöne Zinsen auf seine bekommt.

Negativzins als Sicherheitsgebühr

Doch seit Mitte Juni 2016 hat diese gut funktionierende Kooperation Risse bekommen, denn die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank zum erstenmal unter null Prozent. Im Klartext heißt es, dass man als Anleger damit Verlust macht. Man erhält am Ende weniger Geld zurück, als man beim Bund angelegt hat. Dennoch gehen die Anleihen weiter weg, als gäbe es nichts Besseres.
Doch viele Anleger sehen den Negativzins quasi als eine Gebühr dafür, dass sie zumindest eine sichere Geldanlage bekommen.

Gesetze verpflichten die Banken

Der Grund für den Negativzins liegt in den Vorschriften für das Bankenwesen. Denn die Geldinstitute sind verpflichtet, für schlechte Zeiten müssen sie mündelsichere Wertpapiere vorhalten. Und die Bundesanleihen gelten bei den Finanzexperten immer noch als erste Wahl. Mögliche Verluste werden da schon mal in Kauf genommen.