Verbraucherkredite

Verbraucherkredit

Der Verbraucherkredit wird auch Konsumentenkredit genannt

Deutschland hat die weltweite Banken- und Finanzkrise erstaunlich gut verkraftet. Das zeigt nicht zuletzt der Umstand, dass die Zahl der seitdem nicht nennenswert angestiegen ist. Lediglich knapp 20 Prozent aller Haushalten waren mit einem Konsumentenkredit oder Immobiliendarlehen belastet – weit weniger als beispielsweise zwischen den Jahren 1990 und 2000. Erstaunlicherweise ist zu Zeiten der Finanzkrise sogar die Sparquote in Deutschland angestiegen. Vermutlich war gerade das fleißige Sparen der Deutschen, gepaart mit vielen, kleinen Vermögen auf der hohen Kante, der Grund dafür, dass es kaum nennenswert mehr als sonst gab.

Für den privaten Konsum

Konsumentenkredite sind eigentlich das Gleiche wie – klingt eben nur schöner. Wer sich mit dem Gedanken trägt, seinen privaten Konsum mit geliehenem Geld zu finanzieren, sollte auf jeden Fall einen Vergleich aller Konsumentenkredite anstellen. Gerne verspricht die Werbung der Banken Sofort-Darlehen zu Super-Zinsen. Doch Verbraucherzentralen haben festgestellt, dass kaum ein Verbraucher einen Konsumentenkredit zu den beworbenen Konditionen bekommt. Vielmehr müssen die Kreditnehmer oft bis zu 12 Prozent effektiv zahlen, um ganz schnell Geld von der Bank zu bekommen. Der versierte Kundenberater empfiehlt dann noch ganz dringend eine und schon ist von dem Super-Konsumentenkredit für 4 Prozent keine Rede mehr.

 

Kredite sind bonitätsabhängig

Banken vergeben Konsumentenkredite schon lange nicht mehr nach einem einheitlichen Zinssatz, wie noch vor einigen Jahren, sondern wickeln die Kreditvergabe bonitätsabhängig ab. Hierbei wird der Kredit individuell zu gestaffelten Zinssätzen in Abhängigkeit zur Bonität des Kunden gewährt. Paradoxerweise bedeutet das für den Kreditnehmer: Wer kein Geld hat, muss daher auch noch höhere Zinsen zahlen. Es gibt einige Banken, die sich hauptsächliche auf den Berich Konsumentenkredite spezialisiert haben und durchwegs dieses Bonitätssystem anwenden.

Nicht jeder bekommt den Mindestzinssatz

Doch auch die Hausbank um die Ecke findet immer mehr Gefallen an diesem Konzept. Wie ernstgemeint das Angebot von einem Ratenkredit ist, erkennt der Verbraucher an den Sternchen, die hinter dem Zinsangebot in der Werbung stehen. Der Asterisk verweist auf entsprechende Informationen in den Fußnoten, worin man darüber aufgeklärt wird, dass es sich dabei um einen Mindestzinssatz handelt. Der schlussendlich gewährte Konsumentenkredit hängt von weiteren Faktoren ab, wie der Bonität des Kunden, sowie von der Höhe und der Laufzeit des gewünschten Kredits.
Dass ein Konsumentenkredit nur mehr bonitätsabhängig vergeben wird, hängt mit Basel II zusammen. In diesem Regelwerk wurde von der Bankenaufsicht veranlasst, dass Ausfallrisiken bei Krediten stärker mit Eigenkapital abgesichert werden müssen als bisher. Für einen Konsumentenkredit mit niedriger Bonität muss die Bank nun mehr Eigenkapital zurücklegen als früher. Folglich wird diese Belastung mit höheren Zinsen für jeden Konsumentenkredit ausgeglichen.
Der Unterschied im Zinssatz zwischen einem sicheren Kunden und einem wackligen Kandidaten kann da gut und gerne das Doppelte ausmachen. So machen die Kreditinstitute also auch mit Kunden mit schlechter Bonität noch Gewinn.

Rettung Restschuldversicherung

Allerdings wird ein Konsumentenkredit selten vollständig verweigert. Bei heiklen Fällen wird dann die Restschuldversicherung mit angeboten, diese dem Kunden dringend angeraten und die Kosten zusammen mit der monatlichen Ratenzahlung verrechnet. Verbraucherinstitute haben ermittelt, dass Beamte in der Regel die besten Zinssätze für ihren Konsumentenkredit bekommen – Selbstständige dagegen die schlechtesten Konditionen.

Text: Stefan Benaburger