Großes Interesse an Bürgerkonto

buegerkonto der sparkasseSeitdem die Sparkassen ein Girokonto für einkommensschwache Bürger anbieten, nimmt die Zahl der Interessenten stetig zu. Im Oktober 2012 wurde das ins Programm genommen und kann mittlerweile schon 80.000 Kontoeröffnungen verzeichnen. Derartige Girokonten sind auch unter den Namen Jedermann-Konto oder Basis-Konto bekannt.

Bürgerkonto ist nicht kostenlos

Der Unterschied zum normalen besteht darin, dass das Bürgerkonto der Sparkasse ausschließlich auf Guthabenbasis geführt wird. Kontogebühren werden trotz der einkommensschwachen Kundschaft erhoben. Sie liegen jedoch nicht über den Gebühren für eine normales (Gehalts-) .

Ohne Girokonto Teufelskreis

Die große Zahl der Interessenten für das Bürgerkonto zeigt den enormen Bedarf vieler Menschen, die bisher aufgrund ihrer ungeregelten, speziellen Lebenssituationen kein Girokonto bekamen. Für viele Menschen ist das ein erster Schritt zurück in ein normales Leben. Denn wer kein Girokonto hat, kann sich nirgends um Arbeit bewerben und bekommt in der Regel auch keine Wohnung. Von den übrigen Schwierigkeiten, die man ohne Girokonto hat, ganz zu schweigen.

Hohe Dunkelziffer

Nach Angabe der EU-Kommission haben in Deutschland 670.000 Menschen kein Bankkonto, weil es ihnen die Banken bisher verweigerten. Die Gründe sind vielfältig. Oft reichen schon zwei, drei negative Schufa-Einträge. Am häufigsten betrifft dies jedoch Hartz-IV-Empfänger oder Menschen ohne festen Wohnsitz.

: Druck durch die EU

Bereits 1995 hat die Deutsche Kreditwirtschaft allen Banken die Empfehlung gegeben, doch bitteschön ein Girokonto für Jedermann anzubieten. Doch die wenigsten Banken hielten sich daran, weil derartigen Kunden eben keinen Profit, sondern nur Kosten bringen.
Nun hat sich die EU-Kommission dieses Themas angenommen und will künftig allen Bürgern in jedem EU-Land Zugang zu einem Girokonto mit grundlegenden Funktionen gewähren. Anfang Mai 2013 hat die EU dazu einen Richtlinien-Entwurf vorgelegt, der beinhaltet, dass in jedem EU-Land mindestens eine Bank ein Jedermann-Konto anbieten müsse.