Nullprozent-Finanzierung: Wirklich null Prozent?

nullprozent-frameEgal ob beim Kauf von Elektrogeräten, Möbeln oder sogar Autos: Der zinsfreie Ratenkauf liegt im Trend. Die Anbieter übertrumpfen sich gegenseitig mit noch besseren Angeboten. Wer für seine Raten für den neuen Fernseher noch Zinsen zahlen muss, ist fast schon in der Minderheit. Doch macht man mit diesen Lockangeboten wirklich ein Schnäppchen?

Eins ist auf jeden Fall klar: Wenn sich die zinslosen Ratenkredite für die Verkäufer und Banken nicht lohnen würden, wären diese schon längst aus den Schaufenstern und Werbungen verschwunden. Die Banken gewinnen so neue Kunden und viel wichtiger, neue Kundendaten, und das Geschäft kann seine Ware schneller an den Mann bringen. Die Gratiskredite fungieren als günstige Werbung für den Laden. Außerdem kann dem Kunden so indirekt ein Rabatt auf die Ware gewährt werden, ohne dass dies einen negativen Einfluss auf die Qualitätswahrnehmung hat. Die Kosten für die Kreditvergabe werden zwischen Bank und Verkäufer aufgeteilt.

Doch sind diese Angebote auch für den Käufer immer vorteilhaft? In jedem Fall sollte nicht vorschnell gehandelt werden, auch wenn das Angebot noch so verlockend klingt. Denn leisten sollte man sich das Produkt dennoch können, auch wenn es auf Raten gezahlt wird. Außerdem heißt es nicht unbedingt, dass zinsfrei auch gebührenfrei bedeutet. Oft werden noch Bearbeitungsgebühren oder Ähnliches verlangt. Diese können aufgerechnet leicht zum Beispiel einer Vier-Prozent- gleichkommen.

Ein weiterer Nachteil sind die häufig kurz angelegten Kreditlaufzeiten. Meist muss der Kaufpreis in einem Jahr getilgt worden sein. Ist dies nicht der Fall, folgen hohe Zinszahlungen und der Nullprozentvorteil ist dahin. Die Angebote sollten also vorher gut überprüft werden, wenn die volle Summe nicht sofort bezahlt werden kann.