Geldanlage: Verrückt, diese Prozente!

Wer mit seiner 20 Prozent Verlust macht, muss anschließend erst wieder 25 Prozent Gewinn machen, um wieder auf null zu kommen. Wer hätte das gedacht?

Verrückte Prozente

Folgendes Beispiel: Sie kaufen eine für hundert Euro. Die fällt auf 80 Euro, verliert also 20 Prozent an Wert. Viele Anleger glauben nun, dass sie nur warten müssten, bis der Wert wieder um 20 Prozent steigt, damit der Verlust egalisiert ist.
Doch das stimmt nicht. Die Aktie müsste nun einen Gewinn von 25 Prozent steigen, damit man wieder auf null ist!

Die Erklärung: Der Wert der Aktie ist geschrumpft. Zwanzig Euro Zuwachs machen nun bereits 25 Prozent von 80 Euro aus. Bei einem Gewinn von 20 Prozent ergäbe das lediglich 16 Euro, womit einem genau 4 Euro auf die ursprünglichen 100 Euro Startkapital fehlen würden.

Verlustkompensation oft als Gewinn getarnt

Möglicherweise wussten Sie das schon. Doch rechnen Sie jetzt den durchschnittlichen Wertzuwachs nach. Der Mittelwert von -20 Prozent und +25 Prozent ergibt 2,5 Prozent. Paradox! Obwohl die Aktie nach dem Auf und Ab exakt so viel Wert ist wie bei ihrem ursprünglichen Kauf, wird eine durchschnittliche Wertzunahme für die Aktie ausgewiesen.

Tipp

Beim Kauf von Aktien und Wertpapieren niemals nur auf die Prozentangaben für die Gewinne achten, sondern immer auch darauf, aus welchem Tal die Aktie gerade gekrochen kommt. Was wie ein Gewinn aussieht, ist in Wahrheit häufig nur ein Ausgleich des Verlustes!