Do-it-yourself: Selbst gegen falschen Steuerbescheid klagen!

Do-it-yourself: Selbst gegen falschen Steuerbescheid klagen!

Sind sie sauer, weil teure Posten einfach aus ihrer Steuererklärung gestrichen wurden? Dann sollten sie Einspruch gegen den Bescheid einlegen. Falls der jedoch abgelehnt wird, können Sie auch vor dem Finanzgericht klagen. Ohne Anwalt!

Streitwert ab 1000 Euro

Was viele nicht wissen: Ein Anwalt ist dafür nicht nötig! Nach Zugang der Entscheidung können Steuerzahler innerhalb eines Monats gegen den Bescheid des Finanzamts klagen.
Allerdings sollte der Streitwert über 100 Euro liegen. Anderenfalls steht das Risiko in keinem Verhältnis mehr zum möglichen Gewinn aus der Klage.
Dabei ist der Streitwert in der Regel der Betrag, den sie aufgrund der Entscheidung des Finanzamtes nun mehr an Steuern zahlen müssen.
Eine Klage sollte nur wegen eines fehlerhaften Einkommenssteuerbescheids eingereicht werden. Nicht jedoch, wenn es sich um Soli oder handelt. Denn diese werden automatisch angepasst.

So klagt man gegen das

Jede Klage muss schriftlich in zweifacher Ausfertigung eingereicht werden. Die Klage müsse Kläger, Finanzamt, den Steuerbescheid mit Steuerart und Datum sowie die Einspruchsentscheidung nennen.
Steuerbescheid und Einspruchsentscheidung sollten in Kopie beiliegen. Nicht vergessen sollte man die Angabe des Klageziels dem Grunde und der Höhe nach, also etwa die Berücksichtigung von konkret benannten und bezifferten Aufwendungen.

Wichtig ist die Unterschrift unter der Klage. Eine Begründung, warum man den Bescheid für falsch ansieht, ist sinnvoll, kann aber nachgereicht werden.

Gerichtsgebühren vorab zahlen

Direkt nach Einreichung der Klage muss der Kläger vorläufig wenigstens 284 Euro Gebühr zahlen. Diese richtet sich nach dem Streitwert. Am Ende des Verfahrens bekommt man die Gebühr erstattet, wenn man erfolgreich war. In der Praxis führt etwa jede zweite Klage zum Erfolg.