Bedeutet Rendite das Gleiche wie Wertzuwachs?

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet. Dabei ist bei Wertpapieren die stets niedriger als der Wertzuwachs. Werbeleute nutzen diese Unkenntnis geschickt aus!

Marketing statt Infos

Denn: Banken sind zwar zur Ehrlichkeit verpflichtet, aber ihnen ist nicht vorgeschrieben, die Rendite bei Wertpapieren und anzugeben. Stattdessen geben sie meist den höheren Wertzuwachs oder auch die Wertentwicklung in ihren Hochglanzprospekten an.

Schöner Wertzuwachs – kleine Rendite

Ein Beispiel verdeutlicht das: Die Bank verspricht beispielsweise, aus ihren angelegten 10.000 Euro binnen 20 Jahren 20.000 Euro zu machen. Was erstmal einem Wertzuwachs von 100 Prozent entspricht. Was die Anleger nun häufig machen, ist, den Wertzuwachs durch die Anzahl der Anlagejahre zu teilen. So kommen sie auf eine „Rendite“ von fünf Prozent und nehmen das Angebot der Bank gerne an. Leider falsch gerechnet! Denn das ist nicht die Rendite.
Der Denkfehler: Es werden nicht jedes Jahr 5 Prozent ausgezahlt. Unter Berücksichtigung der Zinseszinsen beträgt die tatsächliche Rendite nur 3,5 Prozent.
Die einfache Gegenrechnung beweist nämlich: Würde man die 10.000 Euro jährlich tatsächlich mit fünf Prozent verzinsen, dann hätte man nach 20 Jahren mit Zins und Zinseszins die weitaus höhere Summe von 26.534 Euro.

Nur wenige Anleger können ihre Rendite richtig berechnen. Dabei ist es mit folgender Formel gar nicht so schwer:

Formel zur Renditeberechnung

[(Endkapital : Anfangskapital) ^ (1 : Anzahl der Anlagejahre)] – 1

Das Rechenzeichen in der Mitte steht für Potenzieren.

Wenn sie die Renditeformel anwenden können, gehören Sie ab sofort zur kleinen Gruppe der informierten Geldanleger!