Girokonto schufafrei

Ohne Girokonto geht's nicht

Ohne geht's nicht

Teufelskreis ohne Girokonto

Für viele Menschen ist ein schufafreies Girokonto der letzte Halt in der Normalität. Keine Bankverbindung, keine Wohnung – keine Wohnung, keinen Job. So stellt sich der Teufelskreis ohne ein schufafreies Girokonto dar. Egal, an welcher Stelle man in den Kreislauf einsteigt, es geht nur bergab. Daher muss man den Kreislauf irgendwo durchbrechen, was am einfachsten mit einem ordentlichen Gehaltskonto zu bewerkstelligen ist. Eine neue Wohnung oder einen neuen Job zu bekommen, kann unter Umständen mehrere Wochen oder Monate dauern.

Ein schufafreies Girokonto ist innerhalb von fünf Minuten unter Dach und Fach, so denn die rechtlichen und politischen Voraussetzungen stimmen. Andere Bezeichnungen dafür sind die Begriffe „“ oder auch „“. Das heißt im Prinzip nichts anderes, als dass ein schufafreies Konto nur im Guthabenbereich funktioniert, sprich: für Einzahlungen, Auszahlungen und Überweisungen durch den jeweiligen Kontoinhaber. Dabei gewährt die Bank keinen Dispositionskredit und nicht einmal eine Überziehung ist möglich.

 

Berechtigter Anspruch

Viele Menschen, die für ein schufafreies Girokonto in Frage kommen, liegen in dem Glauben, dass die Gewähr eines Guthabenkontos in der Kulanz der Bank oder des jeweiligen Geldinstitutes liegt. Dem ist jedoch mitnichten so. Denn bereits Mitte der Neunziger Jahre haben sich die Banken in Deutschland verpflichtet,  jedem Interessenten ein Girokonto ohne einzurichten. Ausnahmen sollte es nur geben, falls schwerwiegende Gründe, wie etwa eine gerichtlich verfügte Unmündigkeit oder ein laufendes Gerichtsverfahren, dagegen sprächen.  Die Banken sprechen dann von einer Unzumutbarkeit.

Diese kann sich auf vielerlei Arten äußern: So kann der Antrag auf ein schufafreies Girokonto abgelehnt werden, wenn der Wohnort des Antragsstellers nicht in der Region liegt, sondern beispielsweise in einem anderen Bundesland. Weiterhin greift die Unzumutbarkeitsklausel, wenn es mit dem Kunden schon einmal Schwierigkeiten gab oder dieser gar des Hauses verwiesen wurde.

Schwarze Schafe

Leider wird mit dem Guthabenkonto auch Schindluder getrieben. So ist es ein häufig zu beobachtender Trick, ein Konto ohne zu beantragen, wenn das eigentliche Girokonto vor kurzem zu weit überzogen, gepfändet oder sogar gesperrt wurde. In diesen Fällen kann die Bank ebenfalls die Guthabenkonto-Einrichtung stornieren und auf den Unzumutbarkeitsparagraphen verweisen.

Internet vertreibt Service

Leider hat sich die Selbstverpflichtung der Banken bezüglich der Gewährung eines Guthabenkonto seit Anfang des neuen Jahrtausends merklich gelockert, kritisieren Verbraucherzentralen und Sozialverbände. Schuld daran ist der Rückgang im Privatkundenservice der Banken, nicht zuletzt auch durch die starke Zunahme des Online-Banking ausgelöst. Immer weniger „Schalterbeamte“ sind für immer mehr Kunden verantwortlich, da kann es schon einmal vorkommen, dass Antragssteller für ein schufafreies Girokonto abgewimmelt werden.

Wem dies wiederholt wiederfährt, sollte sich an die nächste Schuldnerberatungsstelle wenden. Diese haben im Allgemeinen einen guten Kontakt zu den Banken rund um deren Standort und treffen auch meist den richtigen Ton, wenn es darum geht, für ihre Kundschaft die nötigen Hilfen für ein menschenwürdiges Leben einzufordern.

Keine Vorkasse

Vorsicht ist dagegen bei all den Angeboten für ein schufafreies Girokonto geboten, die zuhauf im Internet, in Tageszeitungen und in diversen Gratis-Postillen zu finden sind. Diese Offerten versprechen, gegen Vorkasse, versteht sich, ein Girokonto ohne Schufa einzurichten. Doch diese Anzeigen sind durchwegs unseriös und die Hintermänner sind nur daran interessiert, Menschen, die am Existenzminimum leben, auch noch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen, denn die Einrichtung eines Guthabenkontos ist gebührenfrei.

 

Text: Stefan Benaburger