Immobilien

Immobilien: Kaufen oder mieten?

: Kaufen oder mieten?

Immobilien als dauerhafte Wertanlage

Immobilien gelten als ideale für schlechte Zeiten. Ob Inflation, Banken-, Euro- oder Finanzkrise, ob Rezession oder Deflation – Immobilien bleiben bestehen. Daher werden sie auch gerne „Betongold“ genannt. Nachfrage und Bedarf an Wohnraum besteht immer. Ein zur rechten Zeit verschafft Sicherheit im Alter und in wirtschaftlich schwierigen Situationen. Häufig stellt sich die Frage bei Immobilien: mieten oder kaufen? Beide Optionen haben Vor- und Nachteile. Pauschalurteile darüber kann es nicht geben. Entscheidend ist immer die jeweilige, individuelle Lebenssituation.

Immobilien als Geldanlage

Die beiden häufigsten Formen aus Immobilien Geld zu schlagen sind der Kauf einer und die Beteiligung an einem . Beide Varianten funktionieren jedoch nach dem gleichen Prinzip: Man erwirbt Immobilien, entweder ganz, wie bei der Eigentumswohnung oder in Anteilen, wie etwa bei einem , und profitiert im Folgenden von den Mieteinnahmen. Ob sich der Kauf einer Eigentumswohnung als lukrative Geldanlage erweist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

 

Wohnungskauf

Den wichtigsten Faktor stellt der Ankaufspreis der Wohnimmobilie dar. Wer hier günstig zuschlagen konnte, womöglich in einer Wohnlage, die sich in den nächsten Jahren positiv entwickelt, für den wird sich der Wohnungskauf schneller amortisieren als bei einem hohen Kaufpreis für die Eigentumswohnung. Die Eignung einer Immobilie als Geldanlage sollte dabei immer langfristig betrachtet werden. So muss bei einer Eigentumswohnung, die vermietet wird, auch der Verschleiß der Wohnsubstanz mit berücksichtigt werden: Ab zehn Jahren aufwärts beginnen in der Regel bereits erste Sanierungsmaßnahmen, beginnend mit Sanitär und Armaturen; nach 15 Jahren gelten Heizungssysteme bereits wieder als veraltet und nach 20 Jahren sind meist neue Fenster, Böden und möglicherweise Fassadenarbeiten erforderlich. Nutzt man eine Eigentumswohnung als Geldanlage, so ist man nicht zuletzt auch von den Mietern abhängig. Immobilien-Experten wissen: Je mehr Mieterwechsel, desto schneller baut die Wohnsubstanz ab und umso mehr muss der Wohnungsbesitzer investieren, um die Wohnung wieder rentabel vermieten zu können.

Geldanlage Immobilienfonds

Bei Immobilienfonds als Geldanlage muss man sich nicht entscheiden: Immobilie mieten oder kaufen? Man beteiligt sich an einem Immobilien-Investment und profitiert von den Gewinnen. Ihren schlechten Ruf hat diese Immobilien-Geldanlage vor allem durch geschlossene Immobilienfonds, die teilweise spektakuläre Pleiten hinlegten und das Kapital von tausenden Anlegern verbrannten. Viele wissen nämlich nicht, dass man aus einem geschlossenen Immobilienfonds während der vereinbarten Laufzeit nicht so ohne weiteres aussteigen kann. Vor Gericht akzeptierte Gründe sind: Täuschung, Haustürgeschäft, unbefugte Treuhänder sowie fehlende Angaben über die Kreditkonditionen. Zudem wird im Falle einer Insolvenz das Anlagekapital wie Betriebsvermögen behandelt und zählt zur Konkursmasse, aus der die Gläubiger bedient werden.

Offene Immobilienfonds

Wer Immobilienfonds als Geldanlage ins Auge fasst, sollte in offene investieren und dabei folgende Punkte beachten: Als Anleger sollte man sich vorher via Internet gründlich über den Immobilienfonds und über die dahinter stehende Gesellschaft informieren. Bei der Qualitätsprüfung der sollte sowohl die Leerstandsquote als auch die Zahl der auslaufenden Mietverträge von einem Fachmann beurteilt werden. Und das Wichtigste: Sofern es irgendwie möglich ist, sollte man sich das Projekt unbedingt vor Ort ansehen, ehe man in den Immobilienfonds investiert. Den Hochglanzprospekten darf man nicht trauen. Nur der Augenschein vor Ort verschafft einem das richtige Bauchgefühl, ob das Projekt Zukunft hat oder nicht. Findet man sich stattdessen in einer Gegend wieder, in die man selbst niemals hinziehen würde, dann sollte man tunlichst die Finger von diesem Immobilienfonds lassen.

Text: Stefan Benaburger