Bundesschatzbriefe

Staatlich garantiert

Wer großen Wert auf Sicherheit bei der Geldanlage legt, der sollte auf setzen. Steht dahinter doch der Staat, der wohl in diesem Jahrhundert nicht mehr Pleite gehen wird. Beliebtes Thema bei vielen Anlegern: und Zinsen. Natürlich sind sie nicht so hoch wie bei Aktien oder anderen Wertpapieren. Jedoch hat man die Sicherheit, dass die Zinsen, die sie versprechen, auch über die gesamten Laufzeit bieten werden. Daher sind Bundeswertpapiere die ideale Anlageform für alle Sparer, denen das Sparbuch zu wenig bietet, die sich aber nicht dauernd über den jeweiligen Kurs des Dax oder über das Portfolio in ihrem Aktiendepot Gedanken machen wollen. unterliegen keinen Kursrisiken und der Kurs steht für jedes Jahr der Laufzeit von Anfang an fest.

Bundesschatzbriefe: und

Typ A-Bundesschatzbrief schüttet die Zinsen jährlich aus und hat eine Laufzeit von 6 Jahren. Will man also jedes Jahr etwas Rendite ernten, dann sollte man diese Variante wählen. Typ B-Bundesschatzbrief gibt die Zinsen erst am Ende der Laufzeit, also nach sieben Jahren, im Ganzen aus. Daher nennt man Typ B auch den „Zinssammler“. Er wird sehr gerne für die Zukunftsvorsorge für Kinder und Enkelkinder von den Eltern oder den Großeltern angelegt.

Gemeinsam ist beiden Bundesschatzbriefen, dass die Zinsen jährlich über die gesamten Laufzeit hinweg ansteigen. Der Clou bei Typ B Bundesschatzbrief liegt im -Effekt. Bereits ab einer Laufzeit von sieben Jahren beginnt dieser Effekt allmählich zu greifen und entwickelt in den nächsten Jahrzehnten der Anlage eine verblüffend starke Dynamik. Am Ende der Laufzeit ergibt sich dadurch ein Gewinn von über 25 Prozent!

Emission gemäß Marktlage

Der Staat emittiert seine Bundesschatzbriefe in verschiedenen Ausgaben. Dabei gibt es keinen vorgeschriebenen Rhythmus: Der Zinssatz der Bundesschatzbriefe wird immer der aktuellen wirtschaftlichen Situation und den Bedingungen des Marktes angepasst. Neben den garantierten Zinsen verfügen die Bundesschatzbriefe über einen Vorteil: Sie stellen eine sehr kostengünstige Geldanlage dar. Man kann sie gebührenfrei bei allen Banken und Sparkassen und auch bei der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland erwerben. Der Mindestnennwert beträgt 50,00 € beim Erwerb über die Hausbank und 52,00 € im sogenannten Überweisungsverfahren.

Die Verwaltung  Bundesschatzbriefe kann auf Antrag bei der Finanzagentur über ein sog. „Schuldbuchkonto“ kostenlos vorgenommen werden. Hier kann man auch online alle Daten abrufen und prüfen, wie der aktuelle Verlauf ist. Natürlich verwalten auch Banken und Sparkassen das Bundesschatzbriefdepot und schreiben die Zinsen gut. Doch sie verlangen auch Gebühren dafür. Des Weiteren kann man Bundesschatzbriefe auch kostenfrei zurückgeben oder umtauschen. Dieser Kostenvorteil führt zusammen mit einer entsprechend hohen Verzinsung dazu, dass Bundesschatzbriefe überdurchschnittlich positiv in ihrer Wertentwicklung im Vergleich zu anderen Finanzprodukten abschneiden konnten.

Deutsche Anleger suchen Sicherheit

Marktanalysen haben ergeben, dass deutsche Anleger eine planbare Sicherheit mit den moderaten Zinsen der Bundesschatzbriefe spekulativen und hochverzinslichen Anlageformen vorziehen. Zweitens präferiert die Mehrzahl der Privatanleger einen Anlagehorizont zwischen fünf und zehn Jahren. Da Bundesschatzbriefe genau diesen Zeitraum abdecken, konnten sie sich in den letzten vier Jahrzehnten zu einem der beliebtesten Anlageprodukte entwickeln.

Vorsicht vor Nachahmern

Auf den flott dahinfahrenden Zug der Bundesschatzbriefe und ihren Zinsen wollen leider auch immer mehr Nachahmer aufspringen.  So bieten einige Banken und Finanzinstitute sog. „“ an und verstärken den Eindruck, dass es sich um so etwas Ähnliches wie festverzinsliche Bundeswertpapiere handelt noch dadurch, dass sie mit ähnlichen Begriffen, wie der Unterteilung in Typ A und Typ B, operieren und zudem noch täuschend identische Laufzeiten verwenden. Doch hinter diesen falschen Schatzbriefen verbergen sich nichts anderes als fondsgebundene Anlagen oder eigene Anleihen der betreffenden Banken. Die vergifteten Bankanleihen von Lehmann-Brothers sollte einem Warnung genug sein, davon tunlichst die Finger zu lassen.

 

Achtung: Änderung Ende 2012!

Zum Ende 2012 wird die Deutsche Finanzagentur die Emission und Depotverwaltung von Bundesschatzbriefen, Finanzierungsschätzen und Tagesanleihen einstellen.

Weiterhin werden jedoch sog. börsennotierte Bundeswertpapiere, wie Bundesanleihen, inflationsindexierte Anleihen und Bundesobligationen erhältlich sein, die jedoch zukünftig von Banken und Sparkassen herausgegeben werden.

Text: Stefan Benaburger