Geldanlage

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Optimale Geldanlage: die Suche nach dem heiligen Gral

„Was ist die beste, ?“ Diese Frage stellen sich jeden Tag zig Millionen Anleger und die Google-Suchanfragen nach „beste, “ gleicht der antiken Sage von der Suche nach dem heiligen Gral. Dabei wird einem jeder seriöse Geldanlage-Berater versichern, dass es die eine beste, sichere Geldanlagen nicht gibt – und auch gar nicht geben kann.

Individuelle Anlagestrategien

Denn kaum ein Anleger gleicht dem anderen: Jeder ist unterschiedlich alt. Jeder verfolgt mit seiner Geldanlage andere Ziele: Während der eine schnell Kapital bilden will, benötigt es der andere als bequeme und sichere Altersvorsorge. Der Anteil des Eigenkapitals ist bei einem Anleger ausreichend vorhanden, so dass ruhig etwas Spielgeld für risikoreichere Anlagegeschäfte vorhanden ist. Der nächste Anlagekunde kommt gerade mal so mit seinen Finanzen über die Runden und kann nur das Nötigste in möglichst sichere Anlagen investieren.

Maßgeschneiderte Geldanlage

Die beste, sichere Geldanlage ist also diejenige, die am besten zu einem passt. Sie sollte mit der eigenen Risikobereitschaft vereinbar sein. So sollte man sich nicht die ganze Zeit mit seiner Geldanlage unwohl fühlen, weil einem das Risiko zu hoch erscheint. Schlaflose Nächte sind Gift für den eigenen Anlagehorizont. Andererseits sollte sich auch niemand mit seiner Geldanlage langweilen, weil sie lediglich etwas über der Inflationsrate liegt, während man doch lieber in Neue Märkte und spannende, weil riskante, Anlagemöglichkeiten investieren möchte.

Risikobereitschaft ermitteln

Als beste, sichere Geldanlage sollte man die bezeichnen, die das eigene Vor- und Fachwissen und die eigene Aktivitätsbereitschaft berücksichtigt. Auf Deutsch gesagt, sollte man sein Kapital nur in Anlagen investieren, die man auch versteht. So sind beispielsweise Investitionen in hochriskante Hedgefonds oder in exotische Finanzkonstrukte wie beispielsweise Knock-Out-Optionen für Atze Normalverbraucher uninteressant, weil das Wissen darüber nicht vorhanden ist. Es sei denn, man betrachtet seine Geldanlage als neues, spannendes Hobby und ist bereit, sich intensiv in die Materie einzuarbeiten.

Mythos

Leichtfertig wird immer wieder gerne die Anlage in Gold als beste, sichere Geldanlage empfohlen. Interessanterweise immer nur dann, wenn der Goldkurs ganz oben steht. Betrachtet man den Verlauf des Goldpreises über einen längeren Zeitraum, dann schrumpft der Mythos schnell auf Normalgröße zurück, denn in den vergangenen 25 Jahren stieg die Inflation schneller als der Goldpreis. In bestimmen Perioden, beispielsweise bei weltweit fallenden Aktienkursen und einer steigenden Inflation, erweist sich Gold als perfekte Absicherung, da es antizyklisch reagiert. Jedoch ist Gold auf lange Sicht den gleichen Schwankungen unterworfen wie andere Anlageformen auch. Gold ist also nicht immer die beste, sichere Geldanlage – jedoch zu bestimmten Zeiten durchaus.

Mythos Beton-Gold

Immobilien haben sich dagegen größtenteils als erstaunlich zuverlässige Geldanlage erwiesen. Warum ist das so? Das hängt mit der volkswirtschaftlichen Erkenntnis zusammen, dass Menschen über einen längeren Zeitraum betrachtet einen relativ stabilen Anteil ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben. Steigen nun die Löhne im Gefolge einer Inflation, dann ist auch die für das Wohnen aufgewendete Geldmenge automatisch höher. Damit steigt in einer Kosten-Nutzen-Rechnung auch der Wert der bewohnten Immobilie. Bei einer Inflation steigen in der Regel die Preise für Sachwerte – Immobilien sind Sachwerte – somit behalten sie trotz Inflation ihren Wert.
Jedoch würden Immobilien als einziges Standbein auch nicht die Krone für die beste, sichere Geldanlage bekommen. Diese bekommt der Anlagenmix, der in Relation zu dem geringsten Risiko den höchsten Gewinn erbringt. Gemeinhin läuft das auf eine maßgeschneiderte Diversifizierung hinaus, bei einem dem Anlagenziel optimal angepassten Anlagenmix.

 

Text: Stefan Benaburger